Deutsche Wirtschaft ist hervorragend aufgestellt

25 April 2012

Die deutsche Wirtschaft zeigt sich widerstandsfähig. Kräftige Lohnsteigerungen und niedrige Arbeitslosigkeit stabilisieren die Lage. Trotz der Anzeichen für eine bessere Konjunktur lässt die Bundesregierung ihre Wachstumsprognose unverändert. Wirtschafts-minister Philipp Rösler erklärte: “Auch wenn die deutsche Wirtschaft hervorragend aufgestellt ist, so sind wir mit unserer Projektion bewusst auf der vorsichtigen Seite geblieben. Die europäische Staatsschuldenkrise ist noch nicht gelöst.” .Deutsche Unternehmen sind derzeit so wettbewerbsfähig wie noch nie in den vergangenen drei Jahrzehnten. Die akuten Risiken für die Weltkonjunktur sanken im Frühjahr 2012 gegenüber dem vergangenen Herbst deutlich. Zu diesem Ergebnis kommen die acht Wirtschaftsforschungsinstitute in ihrem neuen Frühjahrsgutachten, das sie vergangene Woche der Bundesregierung übergaben. Die Ökonomen hoben die Wachstumsprognose für dieses Jahr auf 0,9 Prozent und für 2013 auf 2,0 Prozent an.

Lokomotive nimmt Fahrt auf

Fast 40 Prozent der Unternehmen in Deutschland rechnen in diesem Jahr mit einer steigenden Produktion. Mit dieser Aussage reiht sich auch das Institut der deutschen Wirtschaft Köln in die überaus positiven Frühjahrsprognosen zur Konjunktur ein. Die deutsche Wirtschaft zeige sich erstaunlich robust, erklärte Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW).

Die deutsche Volkswirtschaft wird 2012 laut IW voraussichtlich um 1,25 Prozent wachsen. Und das trotz anhaltender wirtschaftlicher Herausforderungen im Euro-Raum. Für 2013 sei sogar ein Plus von 2 Prozent drin, schätzt das Institut. So könne Deutschland innerhalb Europas die Rolle einer wirtschaftlichen Wachstumslokomotive übernehmen.

Wirtschaft kommt wieder in Schwung

“Deutschland geht es gut. Die deutsche Wirtschaft kommt wieder in Schwung”, sagte Bundeswirtschaftsminister Phillip Rösler. “Die Chancen stehen gut, dass die Konjunktur das schwierige Winterhalbjahr hinter sich lassen kann.” Im Frühjahr werde die Konjunktur wieder Fahrt aufnehmen und im Jahresverlauf zu höherem Wachstum zurückfinden, so der Wirtschaftsminister. Steigende Beschäftigung und die positive Entwicklung bei den Einkommen würden weiterhin einen wichtigen Beitrag dazu leisten.

Rösler: “Triebfeder des Wachstums bleibt die Binnenkonjunktur. Dabei spielt die ausgesprochen positive Entwicklung am Arbeitsmarkt eine besondere Rolle. Die Wachstumsdelle der letzten Monate hat den Beschäftigungszuwachs nicht gestoppt; die Aufwärtstendenz hält an. Die gemeinsamen Anstrengungen von Bundesregierung, Unternehmen und der Beschäftigten tragen Früchte, ebenso wie das verantwortliche Handeln der Tarifvertragsparteien.”

Rösler bleibt trotzdem vorsichtig bei Prognose

Der Wirtschaftsminister lässt die Wachstumsprognose trotzdem unverändert. Die Bundesregierung geht von 0,7 Prozent in diesem Jahr und 1,6 Prozent im kommenden Jahr aus. Sie bleibt damit etwas vorsichtiger als führende Ökonomen und bestätigt ihre Einschätzungen vom Herbst. Risiken seien die noch nicht gelöste Euro-Schuldenkrise und steigende Preise. Rösler betonte jedoch: “2013 wird die deutsche Wirtschaft stärker wachsen als in diesem Jahr. Deutschland ist und bleibt der Wachstumsmotor in Europa.” Freuen können sich die Arbeitnehmer: Die verfügbaren Einkommen legen in diesem Jahr über drei Prozent zu.

Mehr Menschen in Lohn und Brot als je zuvor

Erfreut zeigte sich Rösler, dass die Arbeitslosigkeit trotz der jüngsten Wachstumsdelle weiter sinkt. “Es sind mehr Menschen in Lohn und Brot als je zuvor.” Die Arbeitnehmer profitierten vom Aufschwung. Die Zahl der Arbeitslosen wird demnach leicht sinken von 2,98 Millionen im vergangenen Jahr auf 2,85 Millionen in diesem und 2,78 Millionen im kommenden Jahr. Damit sinke die Arbeitslosenquote in diesem Jahr auf 6,7 Prozent und im nächsten Jahr auf 6,5 Prozent.

Die Arbeitnehmer profitieren vom Aufschwung. Das Plus bei den verfügbaren Einkommen beträgt laut Regierung in diesem Jahr 3,3 Prozent. Im nächsten Jahr steigen sie danach um weitere 3,1 Prozent. “Damit wachsen die verfügbaren Einkommen in vier aufeinander folgenden Jahren so stark wie seit zehn Jahren nicht mehr”, erklärte Rösler.

Die positiven Entwicklungen in Deutschland zeigten, dass sich Konsolidierung und mutige strukturelle Reformen am Arbeitsmarkt auszahlten, sagte Rösler. “Der kräftige Ölpreisanstieg zeigt: Steigende Preise können sich zu einem Risiko für den Aufschwung entwickeln. Hier müssen die Wirtschafts-, Finanz- und Geldpolitik wachsam bleiben.” Die EZB habe die deutsche Unterstützung, damit sie zum “geldpolitischen Normalmodus zurückfinden und sich auf ihr klares Mandat konzentrieren kann, Preisniveaustabilität zu sichern.”

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